Kammermusiksaal, Berlin

Kammermusiksaal des Berliner Philharmonischen Orkesters, im Anschluß ans Hauptgebäude der Philharmonie (Werkverzeichnis 222).

Bauplatz Matthäikirchstr., Berlin-Tiergarten

Nach den Skizzen Scharouns erbaut von Edgar Wisniewski.

Teil des Kulturforums mit Museen für europäische Kunst, Staatsbibliothek (Werkverzeichnis 236),  Künstlergästehaus (Werkverzeichnis 235) und Musikinstrumentenmuseum (Werkverzeichnis 247).

Täglich um 13:30 werden Führungen durch das Gebäude angeboten. Treffpunkt und Kartenverkauf am Musikereingang.

(9) Kommentare zum Beitrag “Kammermusiksaal, Berlin”

  1. Dimitri Suchin 19.06.2000 07:15

    Berliner Philharmonie, Kammermusiksaal

    Mit einem großem Konzertsaal war der Raumbedarf der Philharmonie keineswegs gestillt. Bereits in der Aufgabenstellung des 1956-er Wettbewerbs war ein Saal für Kammerkonzerte enthalten, im Bibliothekswettbewerb 1963 hatten die Teilnehmer auf ihn Rücksicht zu nehmen.
    Im Scharoun’schen Philharmonie-Entwurf hatte der kleine Saal eine wichtige städtebauliche Funktion — den Übergang zum Matthäikirchplatz zu schaffen. Allerdings wurde er einer späteren Baustufe zugeordnet und zunächst zurückgestellt.
    Erst 1972 wurden die Skizzen wieder ans Licht geholt, sie in Gebautes zu verwandeln wurde Edgar Wisniewski zur Aufgabe. Am 750. Stadtgeburtstag am 28. Oktober 1987 wurde das Haus eröffnet.

    Der Bau ist voll erstaunlicher Widersprüche. Obwohl beinahe so hoch wie der Große Saal, ist sein Auftreten keineswegs so groß.
    Die fast heimelige Halle hingegen — auch hier sind die Zuhörer um die Musiker vereint, “Musik im Mittelpunkt”, wie Scharoun es für das Mutterhaus formulierte — faßt über 1000 Plätze!
    Schließlich werden hier nicht nur alte Kammermusiken gespielt, die Saalbalkone sind auch auf Raummusik-Vorführungen ausgelegt.

    Auf der anderen Seite des Großen Saals enstand kurz zuvor das Institut für Musikforschung mit dem Musikinstrumentenmuseum. Darin nimmt man Musik nicht nur auseinander, auf Museumsstücken wird auch gespielt. An den — viel zu wenigen — Tagen, wenn alle drei Einrichtungen zugleich offen haben, bietet sich dem Musikfreund eine einmalige Musiklandschaft an.

    (von einer inzwischen abgeschalteten Homepage)

  2. Dimitri Suchin 21.06.2016 03:13

    Den Kammermusiksaal gibt es auch als Kissen von Sandra Siewert.

  3. Dimitri Suchin 21.06.2016 03:15

    Uniqie! – Gerwin Zohlen zum 25. Jubiläum des Kammermusiksaales

  4. Rado Velkavrh 29.05.2018 13:12

    Sehr geehrter Herr Wang,

    in Ihrer Publikation „Hans Scharoun: Philharmonie, Berlin 1956-1963“ findet sich eine Abbildung des Foyers mit Hockern bestehend aus dunkel lackiertem Stahlrohr mit unterschiedlich farbiger Polsterung.
    Ist Ihnen bekannt ob dieses Mobiliar zur Originalausstattung der Philharmonie gehört und falls ja, um welches Fabrikat es sich handelt? Stammt der Entwurf aus der Feder Scharouns bzw. hat Hans Scharoun überhaupt Möbel entworfen?
    Falls Sie in der einen oder anderen Frage zur Klärung beitragen könnten, wäre ich Ihnen sehr dankbar!

    Mit freundlichen Grüßen, Rado Velkavrh

    STADT WOLFSBURG
    Geschäftsbereich Stadtplanung und Bauberatung
    Untere Denkmalschutzbehörde

  5. Wilfried Wang 29.05.2018 14:07

    Sehr geehrter Herr Velkavrh,

    Ihre Anfrage kann ich wie folgt beantworten: das Photo ist leider fälschlicherweise in der Monographie zur Philharmonie mit “hineingerutscht”, da es sich um eine Aufnahme des Kammermusiksaals handelt.
    Vielleicht erübrigt sich daher Ihre Frage. Ansonsten schlage ich vor, dass Sie sich an die Kollegen der Scharoun Gesellschaft wenden, die Ihnen eine wasserfeste Aussage geben können: kontakt@scharoun-gesellschaft.de

    Mit freundlichen Grüßen, Wilfried Wang

  6. Rado Velkavarh 31.05.2018 14:32

    Sehr geehrter Herr Dr. Köllner,

    dem Hinweis von Herrn Wang folgend wende ich mich nun auf direktem Weg an Sie, in der Hoffnung, dass Sie mir bezüglich meiner Eingangsfragen weiterhelfen können. Da das Foto aus dem Kammermusiksaal stammt, stellt sich die Frage, inwieweit Edgar Wisniewski als dessen Architekt möglicherweise auf Möbelentwürfe oder Möblierungskonzepte Scharouns zurückgegriffen hat. Mit besten Dank vorab und freundlichen Grüßen,

    Rado Velkavrh

    STADT WOLFSBURG
    Geschäftsbereich Stadtplanung und Bauberatung
    Untere Denkmalschutzbehörde

  7. Dimitri Suchin 05.06.2018 08:32

    Sehr geehrter Herr Velkavrh,

    Wie viele andere Kollegen betätigte sich auch Hans Scharoun als Möbelgestalter. Alle seine charakteristisch geschwungenen eingebauten Sofas sind Eigenentwürfe, etliche Tische, Schränke, ganze Arbeitsräume. Es gibt aber auch darüber hinaus loses Mobiliar, teilweise mit eigenen Werknummern: Lampen und Tische.
    Wir wissen aber auch, daß er Serienmodelle mitunter sich aneignete auf seine eigenwillige Weise: so sind die Decken- und Wandfluter im Haus Schminke nichts anderes als auf Kopf gestellte Tischlampen. Die Liste ließe sich fortsetzen.
    Die Hocker auf dem Bilde im Buch von Professor Wang sind tatsächlich aus dem Kammermusiksaal. Ein Fehler — und wieder keines. Im Erdgeschoßfoyer des großen Saales stehen genau solche mit brauner Bespannung, nebenan an der (alten) Bar und im Nordfoyer solche mit sandfarbener. Auf den Bildern der Eröffnungszeit sehe ich sie auch.



    Ähnliche finden sich im Zeitungsfoyer der Staatsbibliothek, und nochmals abgewandelt — im Musikinstrumentenmuseum.

    Da die Philharmonie mit äußerst kleinem Budget errichtet, nehme ich an, es waren keine Sonderanfertigungen — in den Unterlagen ließ sich auf die Schnelle nichts finden. Aber auch das war typisch Scharoun: er schrieb den ausführenden Projektmitarbeitern keineswegs alles bis ins Detail vor.
    Im Falle der Staatsbibliothek und des Philharmonie-Komplexes hieß der Projektarchitekt bekanntlich Edgar Wisniewski. Im Kammermusiksaal setzte er die Linie des großen Saales fort — wahrscheinlich wohl mit Sondermodellen: die Bespannungsfarben entsprechen zu genau den Wandfarben. Man könnte sagen, Wisniewski griff auf Wisniewski zurück. Allerdings liegen mir auch hierzu keine eindeutigen Belege vor: die Büroakten Wisniewski sind noch nicht aufgearbeitet.
    Eventuell wäre der Weg über die Hersteller schneller vom Erfolgt bekrönt? Auf den Unterseiten der Hocker wären entsprechende Schildchen zu erwarten.

    Mit organhaftem Gruß, D.B.Suchin
    2. Vorsitzender der Scharoun-Gesellschaft e.V.

  8. Rado Velkavarh 05.06.2018 09:42

    Sehr geehrter Herr Suchin,

    besten Dank für Ihre umfassende Antwort-Mail! Dann werden wir bei Gelegenheit wohl einmal die Hocker umdrehen.

    In „organhafter“ Verbundenheit, Rado Velkavrh

    STADT WOLFSBURG
    Geschäftsbereich Stadtplanung und Bauberatung
    Untere Denkmalschutzbehörde

  9. Visit Berlin 29.09.2018 07:29

    Aus Anlaß des 125. Jubiläums Hans Scharouns veranstaltete „VisitBerlin“ ein „Instameet“ im Kammermusiksaal und Großen Saal der Philharmonie.

    zerletti:

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