Am 28. Mai 2026 ehrte die Berliner Senatsverwaltung für Kultur die Farbgestalterin der Philharmonie und der Staatsbibliothek Lou Scheper-Berkenkamp mit einer amtlichen Gedenktafel. Angesichts der manchmal schwer nachvollziehbaren Entscheidungen der Fachkommission, eine doppelt zu lobende Tat.
Leider nicht ohne übliche Verdrehungen. Nicht im Tafeltext — die Pressestelle des Senats textete,
„…Für Hans Scharoun entwarf sie Foyer und Treppenräume der Philharmonie… Zu weiteren Aufträgen zählte… das Theater Wolfsburg. Während der Arbeiten an der Staatsbibliothek in West-Berlin starb sie am 11. April 1976.“
Wahr ist, daß Lou Scherer-Berkenkamp in allen drei Scharoun-Bauten als Farbberaterin auftrat. Ihr Wirken etwa bei der Farbkomposition des Philharmonie-Foyers wurde auch entsprechend gewürdigt („Farbstrategien in der Architektur“ und darin „Hans Scharoun: Umfassendes Zusammenspiel“, Basel 2015). Von ihrem Einfluß auf die Raumkomposition ist dagegen nichts bekannt; mitentworfen hat sie, mit mehreren Künstlern, nicht allein Scharoun — doch davon erfährt man aus dem Pressetext nichts.
Wieviele Redaktionen diesen wohl unbeschnitten übernehmen?
