Gedenktafel soll an Bauhaus-Lehrer erinnern

Im Tagesspiegel-Newsletter für Charlottenburg berichtet Cay Dobberke von unseren Plänen, Laszlo Moholy-Nagy mit einer Gedenktafel an seinem Atelier zu ehren. Bis auf die Historische Kommission waren bisher alle dafür — doch nahm uns der Virus fast alle Möglichkeiten, für das Vorhaben zu werben. Die Finanzierung — bleibt weiterhin ein Traum. Und wo keine Mittel, da auch kein Entwurf.

Erfahrungsgemäß betragen die Herstellungskosten für Gedenktafeln etwa 3000 Euro. Wir bitten um Spenden — gerne auch Sachspenden in Form von Entwürfen — auf unser Vereinskonto DE18 1001 0010 0059 3811 06, Stichwort „Moholy-Nagy“.

Insterburger Photogedicht Ikuru Kuvajimas

COLTA.RU, Rußlands große unabhängige Online-Zeitschrift, veröffentlicht eine Bildstrecke des japanischen Photographen und Bruno-Taut-Forschers Ikuru Kuvajima: 2020 besuchte er bei seiner Reise in die Geburtsstadt der Taut-Brüder die „Bunte Reihe“ Hans Scharouns. Die übermalten Dias sind seine Auseinandersetzung mit den Bauten und ihren Bewohnern.

Erstmals wird im Beitrag der volle Wortlaut des „Aufrufes zum farbigen Bauen“ auf Russisch wiedergegeben (Übersetzung von D.Suchin).

„Die vergangenen Jahrzehnte haben durch ihre rein technische und wissenschaftliche Betonung die optische Sinnenfreude getötet. Grau in graue Steinkästen traten an die Stelle farbiger und bemalter Häuser. Die durch Jahrhunderte gepflegte Tradition der Farbe versank in dem Begriff einer „Vornehmheit“, der aber nichts anderes ist, als Mattheit und Unfähigkeit, das neben der Form wesentliche Kunstmittel im Bauen, nämlich die Farbe, anzuwenden. Das Publikum hat heute Angst vor dem farbigen Haus und vergißt, daß die Zeit nicht so lange her ist, in der die Architekten keine schmutzigen Häuser bauen dürften und in der man kein Haus verschmutzen ließ. Wir Unterzeichneten bekennen uns zur farbigen Architektur. Wir wollen keine freudlosen Häuser mehr bauen und erbaut sehen und wollen durch dieses geschlossene Bekenntnis dem Bauherren, dem Siedler wieder Mut zur Farbenfreude am Äußeren und Inneren des Hauses geben, damit er uns in unserm Wollen unterstützt. Farbe ist nicht teuer, wie Dekoration mit Gesimsen und Plastiken, aber Farbe ist Lebensfreude und, weil sie mit geringen Mitteln zu geben ist, deshalb müssen wir gerade in der Zeit der heutigen Not bei allen Bauten, die nun einmal aufgeführt werden müssen, auf sie dringen, bei jedem einfachsten Siedlerhaus, beim Barackendorf im Wiederaufbaugebiet usw. Wir verwerfen den Verzicht auf die Farbe ganz und gar, wo ein Haus in der Natur steht. Nicht allein die grüne Sommerlandschaft, sondern gerade die Schneelandschaft des Winters verlangt dringend nach Farbe. An Stelle des schmutzig-grauen Hauses im Freien trete endlich wieder das blaue, rote, grüne, schwarze, weiße Haus in ungebrochener, leichtender Tönung. Natürlich ist die fortgesetzte Pflege mit Neuanstrich und Ausbesserung die notwendige Folge, wie es noch heute in Holland und vielen anderen Gegenden Tradition ist und einmal überall war.“

Bruno Ahrends, Walter Curt Behrendt, Peter Behrens, Hans Bernouille, Hans Robert Daniels, Wilhelm von Debschitz, Karl Elkart, Martin Elsässer, August Endell, Eugen Fink, Paul Gösch, Jakobus Göttel, Hans Grässel, Robert Greuter, Walter Gropius, Erwin Gutkind, Josef Hoffmann, A[?]. Holländer, Carl Theodor Höpker, Paul Hosch, Paul Alfred Kesseler, Paul Klopfer, Frau Otto Kurzrock, Erich Leyser, Carl Krayl, Walter Liebsch, Hans und Wassily Luckhardt, John Martens, Paul Mebes, Richard Meyer, Rudolf Mitzkeit, Bruno Möhring, Karl August Oehring, Bruno Paul, Friedrich Paulsen, Hans Poelzig, Hans Scharoun, Paul Schmitthenner, Ludwig Schrauff, Fritz Schumacher, Heinrich Strammer[?], Bruno und Max Taut, Fritz Voggenberger, Martin Wagner, Friedrich Wagner-Poltrock, Alfred Wiener, Hugo Zehder, Paul Zucker, Otto Rosencrantz, Bund Deutscher Dekorationsmaler e.V., Dr. Adolf Behne, Theodor Däubler, Ferdinand Göbel, Bernhard und Dr. Hans Kampffmeyer, Dr. Hermann Meyerm, Münchener Gesellschaft für Licht- und Farbenforschung, Dr. Karl Ernst Osthaus, Adolf Otto, Dr. John Schikowski, Dr. Josef Strzygowski, Erich Worbs

Минувшие десятилетия, ориентировавшиеся лишь на технику и экономику, погубили в строительстве усладу для глаз. Каменные короба, серые в сером, заступили на место цветных или раскрашенных домов. Столетиями хранимая традиция цветности выродилась в так называемую изысканность, по сути же — в вялость, неспособность применить наиважнейший наряду с пластикой прием строительного искусства, каковым является цвет. Публика сегодня страшится яркого дома, забывая, что совсем недавно архитекторы и помыслить не могли строить тусклые дома, а построенным домам не давали загрязниться. Мы, подписавшиеся, полностью и решительно отвергаем бесцветие. Мы не хотим более строить безрадостные дома и не хотим видеть, как их возводят другие. Мы заявляем о том, чтобы, нас услышав, застройщик и новосел вернули себе исконное право на радость цветности в домах и на домах, чтобы поддержали они нас в наших намерениях. Краска дешевле декоративных карнизов и лепнины, цвет — это воплощенная радость жизни, и недорогая притом. Оттого сегодня, в дни нужды, к ней стремиться должны все возводимые постройки, любой простейший сельский домик, любое временное поселение в зоне восстановления и т.д. Мы отвергаем отказ от цвета, особенно когда дом стоит на природе: и летняя зелень, и тем более снега зимы взывают к цветности. Вместо грязно-серого да восстанет в сиянии дом синий, красный, желтый, черный, белый! За ними придется, естественно, ухаживать, их перекрашивать и восполнять текущие утраты — как сегодня это практикуется в Голландии и других местах, а некогда было привычным повсеместно.

Бруно Арендс, Вальтер Курт Берендт, Петер Беренс, Ганс Бернулле, Ганс Роберт Даниэльс, Вильгельм фон Дебшиц, Карл Элькарт, Мартин Эльзессер, Август Эндель, Евгений Финк, Пауль Гёш, Якобус Гёттель, Ганс Грессель, Роберг Грейтер, Вальтер Гропиус, Эрвин Гуткинд, Йозеф Хоффманн, А[?]. Холлендер, Карл Теодор Хёпкер, Пауль Хош, Пауль Альфред Кесселер, Пауль Клопфер, г-жа Отто Курцрок, Эрих Лейзер, Карл Крайль, Вальтер Либш, Ганс и Василий Лукхарты, Йон Мартенс, Пауль Мебес, Рихард Мейер, Рудольф Мицкейт, Бруно Мёринг, Карл Август Ёринг, Бруно Пауль, Фридрих Паульсен, Ганс Пёльциг, Ганс Шарун, Пауль Шмиттхеннер, Людвиг Шрауфф, Фриц Шумахер, Генрих Штраммер[?], Бруно и Макс Тауты, Фриц Фоггенбергер, Мартин Вагнер, Фридрих Вагнер-Полтрок, Альфред Винер, Гуго Цедер, Пауль Цукер, Отто Розенкрантц, Союз германских художников-декораторов, Мюнхен, д.н. Адольф Бене, Теодор Дейблер, Фердинанд Гебель, Бернгард и д.н. Ганс Кампфмейеры, д.н. Германн Мейер, Мюнхенское общество исследования света и цвета, д.н. Карл Эрнст Остгауз, Адольф Отто, д.н. Йон Шилковски, д.н. Иосиф Стриговски, Эрих Ворбс

Welterbe Scharoun

Die Kreise, die die Zerstörung des Hauses Baensch um sich warf, reichten weit, überschritten Grenzen. Sie schlugen Wellen — Ende Januar festigte sich der Wille, für das Gesamtschaffen Scharouns (oder zumindest ausgewählte Beispiele daraus) den Weltkulturerbe-Titel von UNESCO anzustreben. Momenan tragen nur zwei Architekten diese Auszeichnung, Frank Lloyd Wright und Le Corbusier. Alvar Aalto ist in Verhandlung.

Unterstützungsbekundungen erhielten wir seitdem von:

  • Ralf Heinrich Bock, Wien
  • Landesdenkmalamt Berlin
  • Haus-Schminke-Stiftung Löbau
  • Scharoun-Freundeskreis Ruhr (Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen mit der Scharoun-Gesellschaft Lünen, Scharoun-Schule Marl, Scharoun-Kirche Bochum)
  • Architekturmuseum Breslau
  • Scharoun-Theater Wolfsburg

Wir erwarten entsprechende Entschließungen der Akademie der Künste und des deutschen ICOMOS.

Am 5. Februar 2021 wurde die Kulturstaatsministerin vom Vorhaben in Kenntnis gesetzt.

Scharoun-Preis Lünen

Ab diesem Jahre will die Scharoun-Gesellschaft Lünen alle 3 Jahre einen Preis für herausragende pädagogische Bauten im Stadtgebiet Lünen vergeben. „Ziel der Auszeichnung ist [es], die Bedeutung der Architektur-Qualität von Schulbauten herauszustellen und ihren positiven Einfluß auf die pädagogische Arbeit in der Schule, das Leben der Schulgesellschaft sowie auf das städtebauliche Umfeld und die Stadtgesellschaft zu betonen.“

Preisfähig sind sowohl bereits fertiggestellte, als auch baugenehmigte Neu-, Um- und Anbauten in der Stadt Lünen. Sie dürfen zum Zeitpunkt der Abgabe nicht älter als 3 Jahre sein. Die Architekten müssen Mitglied der Architektenkammer sein.

Die Bewerbungen sind Online und in Papierform einzureichen bis einschließlich Freitag, 30. April 2021 24:00 Uhr (Papierunterlagen, bis 13:00 Uhr):

Scharoun-Gesellschaft Lünen
GSG Städtische Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen
Holtgrevenstr. 2-6 44532 Lünen

Ruf (02306) 20 29 20
Mail 188517@schule-nrw.de

Die Preisverleihung findet am 17. September 2021 statt.

Vollständige Preisausschreibung

Frevel an einem Juwel

Im „Spandauer Volksblatt“ und in der „Berliner Woche“ geht Thomas Frey aus aktuellem Anlaß auf die Geschichte des Hauses Baensch und der Person Dr. Felix Baensch ein. Erfrischend neue und interessante Fragestellungen — leider auch mit einigen Fehlern.

Es stimmt zweifelsohne, daß Scharouns „Idee eines organischen Bauens“ bei den Nazis mehr als „verpönte Stilrichtung“ war — doch Ämter konnte Scharoun nicht verlieren. Einfach weil er keine hatte.
Es stimmt sicherlich auch, daß Hans Scharoun nach 1933 keine „amtlichen Aufträge“ — (teil-)öffentliche aber sehr wohl. Da wären z.B.:

„Einige private Bauvorhaben“ füllen auch ganze Listen:

Nicht alle haben es zur Verwirklichung gebracht, doch gegeben hat es sie: 24 Einträge in der ersten Liste und 26 in der zweiten. Summarisch 50 öffentliche und private Bauvorhaben, von denen einige mehrere Häuser umfaßten, Siedlungen und ganze Stadtteile — in 12 dunklen Jahren. Andere Aufträge, Gespräche und freies Zeichnen nicht mitberechnet.

Auch unserem Herrn Suchin ist beim Gespräch ein Fehler unterlaufen: der Verfasser des ursprünglichen Entwurfes für Felix Baensch ist doch überliefert: Hermann Henselmann soll es gewesen sein, der zur selben Zeit nebenan am Höhenweg 10 ein weiteres Bungalow errichtete. Wie die beiden einander bei den Baustellenbesuchen wohl begegnet sind?..

Ein weiteres Korrektiv ist sicherheitshalber geboten: gegen Museen haben wir nichts einzuwenden. Einige kulturgeschichtlich bedeutsame Bauten haben darin ihre zweite Verwirklichung, ja ihre Rettung und Wiederauferstehung gefunden. Wir hoffen, am Haus Baensch nicht zu solchen Radikalschritten greifen zu müssen.