Wohnanlage Romeo und Julia, Stuttgart

Zwei Wohnhochhäuser mit Eigentumswohnungen und Garagenhof.

Bauplatz Schozacher Str. 40, Schabbacher Str. 15, Stuttgart-Zuffenhausen (Rot).

Projektbearbeiter: Stefan Heise, Jo Zimmermann. Farbgestaltung („Julia“) und Mosaik: Manfred Pohl. Partnerarchitekt vor Ort: Wilhelm Frank. Bauleitung: Kurt Storm (Büro Frank).

Zweitwohnsitz Hans Scharouns 1959-1972.

Ein Kommentar zum Beitrag “Wohnanlage Romeo und Julia, Stuttgart”

  1. Dimitri Suchin 07.10.2017 10:05

    Beim 2017er Tag des offenen Denkmals im Atelier Scharouns entwickelte sich um „Romeo“ und „Julia“ eine plötzliche Kontroverse.

    Gängig sind in der Literatur die Worte, „Romeo“ sei bei der Einweihung das höchste Wohnhochhaus der Bundesrepublik gewesen, und das erste mit den Eigentumswohnungen obendrauf. So schrieb der „Zeit“-Feuilleton am 2. November 1962 („Romeo und Julia in der Stadt“):
    „…Die Architekten hatten mit Widerständen zu kämpfen, wie sie immer und überall ungewöhnlichen Bauten entgegengestellt werden. Geldgeber waren nur mit Mühe aufzutreiben. Falsche Propheten hatten vorausgesagt, daß niemand die Wohnungen kaufen würde.“
    Kaufen = Eigentum. Deutliche Worte.
    Doch meinte eine Besucherin am Heilmannring, 1961 ins „Julia“ gezogen sein – und zwar als Sozialmieterin, mit einem WBS-Schein.

    Da schrieben am 12. September 1959 die „Stuttgarter Nachrichten“ („Einweihung mit Shakespeare“), just unter dem Zwischentitel „Und alles sozialer Wohnungsbau“:
    „…„Julia“ ist sozialer Wohnungsbau, wenn auch die Ausstattung der Wohnungen weit über dem Durchschnitt des sozialen Wohnungsbaues liegt. Alles sind Eigentumswohnungen. Und der Preis: pro Quadratmeter rund 500 Mark, womit eine Wohnung von 80 Quadratmetern auf 40 000 Mark zu liegen kommt. An Eigenkapital mußte von den Wohnungsinhabern rund ein Drittel der Bausumme beigesteuert werden. Gesamtkosten des Hochhauses: 3.4 Millionen Mark. Erinnern wir uns noch? „Romeo“ mit seinen 103 Wohnungen in 19 Stockwerken und mit neun Läden hat 3,7 Millionen Mark gekostet.“
    Klare Lage auch hier. Und dennoch wird die Dame irgendwie im Hause doch gewohnt haben.
    Leider hinterließ sie uns ihre Rufnummer nicht.

    Die Frage geht an Kundige weiter: kann – oder konnte – ein Sozialmieter in eine so teuere Wohnung ziehen und hoffen, die Differenz zur Sozialmiete vom Amt erstattet zu bekommen?

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