Viele schaffen mehr!

Seit 24. Mai und noch bis zum 21. August können Sie sich als Unterstützer betätigen für die Gedenkausstellung zum 50. Todestag von Hans Scharoun am 25. November 2022: auf der Crowdfunding-Plattform der Volksbanken wollen wir 3000 € zusammentragen, die zum Zustandekommen des Projektes erforderlich sind.

Es soll eine andere Art der Ausstellung sein. Keine Retrospektive, die das Gewesensein eines Geehrten festschreibt, sondern ein lebendiger Blick der Künstler von Heute, durch Bauten und Ideen Scharouns inspiriert. Gemalt, gedruckt, geschliffen und gestrickt; Wort- und Filmkunst sind auch dabei. Das Spektrum reicht von Realismus zur Abstraktion, von naiver Kunst zur Satire. Nicht dabei ist dagegen die Nabelschau der Architektenzunft oder der Musikgenuß der abgehobenen Konzertgänger.

Den Gedanken Scharouns und unser Wissen in die Zukunft zu tragen, kann nur in größerer Gemeinschaft fruchtbringend sein.

…et Musis

Im Februar 2021 erreichte uns die Meldung, eine große Ausstellung sei im Kommen: alle Anrainer des Berliner Kulturforums, die Matthäikirche, die Neue Nationalgalerie, die Kunstbibliothek, das Kunstgewerbemuseum, die Philharmonie und die Staatsbibliothek wollten gemeinsam und umfassend die Vergangenheit, vor allem die Visionen zusammenbringen, die je zum Ort aufgestellt. Bevor das „Kultur-Aldi“ hier den Geist des höheren, des Utopischen endgültig austreibt. Geschichte und Potentiale sichtbar und für die Zukunft fruchtbar zu machen war der Anspruch. Man sei, so sagte man uns, bereits sehr weit was die Materialien anbetrifft — nicht verwunderlich, ging es doch jedem um die jeweils eigene Hausgeschichte —, und habe deswegen beschlossen, nur die Zeit bis 1989 darzustellen.
Ein solider musealer Anspruch, aber auch ein Ausschlußkriterium: unsere Scharoun-Gesellschaft, lange an der Ecke Schöneberger Ufer / Potsdamer Str. ansäßig, zog dort vor fast 15 Jahren weg. Kein Anrainer also. Aber zählt der jahrelange Einsatz für die Philharmonie, Kammermusiksaal und Haus der Mitte nicht doch? — er zählte nicht. Bis in die anekdotische Zurückweisung des bei uns angefragten Plakatmotivs nicht.

Zwischen Bildanfrage und unserer Zusage vergingen gerade Mal 20 Minuten… Nicht schnell genug.

Seit 27.08.2021 (und ohne besondere Festivitäten) ist die Präsentation im Saal der Kunstbibliothek und im Internet zu besichtigen.
Die Pläne, Bilder und Namen aus dem „Alten Westen“ füllen ein gutes Drittel des Raumes und haben das Zeug zu mehr — da muß jeder Kurator selektieren, um andere nicht zu kurz kommen zu lassen. So fielen viele Namen fort, die hier einmal verkehrten, und ihre Würdigung erst! — sie wären eine gegebene Verknüpfung etwa zum Kapitel „Germania“. Es ging ja zuweilen um dieselben Häuser, teilweise um dieselben Menschen! Löblich die Passage zum Weimar am Kemperplatz — doch ein Hugo Haering fehlt gänzlich mit seinem preußischen Regierungszentrum als Gegengewicht zu den Reichsbauten am Platz der Republik. Und ist die Mär von angeblich geplanter Umbenennung Berlins in Germania nicht langsam schon entblößt?
Aus der Vorgeschichte zum Forum im eigentlichen Sinne kommend, freut man sich über die seltenst gezeigten Museumsentwürfe, sogar über Hollein — um sein Beibelturrm zu verunmöglichen gründete sich dereinst unsere Gesellschaft (Aufgrund anhaltender Kontroversen nicht ausgeführt, führt die um die Namen vertraut karge Erläuterung aus). Staunt über Herzog & de Meuron, eindeutig nach 1989, übergeht die hohle Phrase (…verbindet mit seiner Einfachheit die historischen Entwicklungslinien und das Ensemble herausragender Solitäre…. wird die leere Mitte füllen und die räumliche Wahrnehmung des Kulturforums verändern) — und stolpert über die Erläuterungen im Hauptteil. An den Wänden und im Netz.

…Das Kulturforum wurde ab 1960 aus dem Schmerz geboren und war zur Vision verdammt. Bisher war es gängig, den Anfang auf 1958 zu legen (Hauptstadt-Berlin-Wettbewerb, siehe etwa beim Stadtsenat). Meint man hier etwa den Baubeginn der Philharmonie? Das „zur Vision verdammt“ wird mit keiner Silbe erläutert.
…Mit der Abräumung der Kriegsruinen wurden die Bauten, die Geschichte des Viertels und die Schicksale von Enteignung, Vertreibung und Tod seiner Bewohnerschaft entsorgt und vergessen. Man meide, eigenes Vergessen und Versagen den anderen anzulasten. Zumal es überaus deutliche Gegenworte der Zeitgenossen gibt. Im Bau der Philharmonie sah ein Adolf Arndt nebst anderen ein starkes Zeichen des Andenkens und des Überwindens — und wird mit genau diesen Worten auf der Homepage der Ausstellung zitiert!
…Der Neubeginn stand im Zeichen Amerikas. Nicht in Nord-, auch nicht in Südamerika sollte man nach Vorbildern des Forums suchen! Auf der Museumsinsel schon, wie auch dieses an einer anderen Stelle des Projektes unumwunden zugegeben.
…Die Krankheit ist das totalitäre Planen in Großkomplexen, ohne eine unterliegende parzelläre Struktur, die das, was hingesetzt wird, mit der übrigen Stadt verbinden und funktional auflockern könnte… moderne Maßlosigkeit. Es ist schon eher ein Zeichen des totalitären, alle Alternativen ausschließenden Denkens eines Dieter Hoffmann-Axthelms, wenn andere Möglichkeiten jenes Verbindens von vornherein abgelehnt, ja totgeschwiegen werden. Wie wäre es etwa, wenn die meisterhafte städtebauliche Konzeption des Kulturforums (Jedem einzelnen Bauwerk… wird die ihm gebührende Bedeutung zugemessen, und doch fügen sich diese — durch Funktion und Gestalt so verschiedenartigen und eigenwilligen — Gebäudegruppen zu einem überzeugenden und harmonischen Ensemble zusammen. Das Forum entwickelt den auf den Menschen bezogenen Maßstab der an ihm entworfenen Gebäude aus der vorgegebenen zierlichen Gliederung der Matthäikirche; sein sich nach Norden öffnender Raum bezieht zunächst den im Maßstab kleiner geformten Kammermusiksaal der Philharmonie und dann die im Hintergrund aufragenden größeren Baumassen… in glücklicher Weise ein. — Preisgerichtsurteil) ihre Fortsetzung erfuhre in einer entsprechenden, weniger manhattanesk-hohen und -engen Anlage des Potsdamer und Leipziger Platzes?
…Das Kulturforum ist ein Viertel ohne Bürger*innen, die Entwicklungen anstoßen. Die Anrainer haben kein Mandat und keine Mittel, um sich um den Außenraum zu kümmern, oder, nach Hoffmann-Axthelm, ohne die minimalen Spielräume für Selbstorganisation. Schade, daß ein Autor es nicht sah, dessen Zeilen an einer anderen Stelle im Projekttext stehen: Hans Scharouns Idee für ein terrassenartiges „Gästehaus“ (1963) für Künstlerinnen und Künstler zwischen Staatsbibliothek und St. Matthäus-Kirche sollte eine Voraussetzung für die „Stadtlandschaft“ Kulturforum und ein belebtes und lebendiges Kulturforum schaffen. Da war von Planern ihr Soll erfüllt! Im Unvollendet-Sein sei das Übel — und das schreiben die Autoren selbst. An einer anderen Stelle. Und das Wisniewski-Wirthen´sche Gästehausmodell wies man aus eingangs erwähnten Gründen ab.
…Das Kulturforum wurde als autogerechte monofunktionale Kulturstadt im Schatten der Berliner Mauer geplant. Eher, als fußgängerfreundliche, rund um die Uhr aktive Gegend, als Brückenschlag von West nach Ost. Wie andernorts richtig vermerkt, gründet …die neue Verkehrsführung für das Kulturforum [auf] dem 1957 verabschiedeten Verkehrskonzept für Berlin. Jahre vor Mauerbau also, vor Philharmonie, Staatsbibliothek und Co. Einem gesamtberliner Plan — den Planern ist eher vorzuwerfen, die Existenz der Mauer zu lange ignoriert zu haben. Das Monofunktionale war nicht Scharouns sondern der Sparer vom Amt, und auch die Autogerechtigkeit nicht. Die stark befahrene Hauptstraße, die das Quartier durchschneidet wäre bei Umlenkung allen Durchgangsverkehrs auf 1957er-Westtangente nichteinmal entstanden. Das Im-Schatten-Sein steigert sich an anderen Stellen zum Bollwerk gegen den Osten und Abwehr [westlicherseits] des sozialistischen Deutschlands hinter der Mauer. Als hätten die Grenzwachtürme hier und nicht auf der anderen Seite gestanden.
Dazu noch die üblichen Floskeln, die Philharmonie sein ein Bau ohne rechte Winkel, Achsen und bauliche Hierarchien, die übliche Auslassung zum geerdeten Dach der Nationalgalerie — es hätte fliegen sollen!

Zwei Höhepunkte brachte der 27. August dennoch. Zum einen, Das ungebaute Kulturforum, ein Film von Knut Klaßen und Carsten Krohn, wo Mies van der Rohe, Gerd Neumann, Alvaro Siza, Hans Hollein, Max Dudler, Herman Hertzberger, Inken und Hinrich Baller, Peter Wilson und Wilfried Wang zu Wort kommen — stellenweise leider viel zu leise —, zum anderen aber die Begegnung mit Menschen, die die trapezoiden Plätze Scharouns schlecht und den Aldi gut finden: die gibt es wirklich! Sie werden aber sicher nicht täglich dort anzutreffen sein.

Bessere Koordination hätte der Schau gut getan. Ein Vortrag soll die sie abrunden: Dr. Hannah Wiemer spricht am 4. November 2021 um 18:15 Uhr im Saal der Staatsbibliothek zum Weg des Buches (Der Scharounbau der Staatsbibliothek zwischen Bücher- und Straßenverkehr) — uns bleibt vorerst aber nur die Feststellung, daß große Berge zumal auch kleine Mäuse gebaren. Andererseits liegen die Musen und die Mäuse im Lateinischen ja nahe…

Man wünschte, sie hätten auf unsere „ScharouNIE“ doch nur gewartet! Sie öffnete wenige Tage später und räumt mit so vielem auf. Es folgt bald eine Internet-Version.

Insterburger Photogedicht Ikuru Kuvajimas

COLTA.RU, Rußlands große unabhängige Online-Zeitschrift, veröffentlicht eine Bildstrecke des japanischen Photographen und Bruno-Taut-Forschers Ikuru Kuvajima: 2020 besuchte er bei seiner Reise in die Geburtsstadt der Taut-Brüder die „Bunte Reihe“ Hans Scharouns. Die übermalten Dias sind seine Auseinandersetzung mit den Bauten und ihren Bewohnern.

Erstmals wird im Beitrag der volle Wortlaut des „Aufrufes zum farbigen Bauen“ auf Russisch wiedergegeben (Übersetzung von D.Suchin).

„Die vergangenen Jahrzehnte haben durch ihre rein technische und wissenschaftliche Betonung die optische Sinnenfreude getötet. Grau in graue Steinkästen traten an die Stelle farbiger und bemalter Häuser. Die durch Jahrhunderte gepflegte Tradition der Farbe versank in dem Begriff einer „Vornehmheit“, der aber nichts anderes ist, als Mattheit und Unfähigkeit, das neben der Form wesentliche Kunstmittel im Bauen, nämlich die Farbe, anzuwenden. Das Publikum hat heute Angst vor dem farbigen Haus und vergißt, daß die Zeit nicht so lange her ist, in der die Architekten keine schmutzigen Häuser bauen dürften und in der man kein Haus verschmutzen ließ. Wir Unterzeichneten bekennen uns zur farbigen Architektur. Wir wollen keine freudlosen Häuser mehr bauen und erbaut sehen und wollen durch dieses geschlossene Bekenntnis dem Bauherren, dem Siedler wieder Mut zur Farbenfreude am Äußeren und Inneren des Hauses geben, damit er uns in unserm Wollen unterstützt. Farbe ist nicht teuer, wie Dekoration mit Gesimsen und Plastiken, aber Farbe ist Lebensfreude und, weil sie mit geringen Mitteln zu geben ist, deshalb müssen wir gerade in der Zeit der heutigen Not bei allen Bauten, die nun einmal aufgeführt werden müssen, auf sie dringen, bei jedem einfachsten Siedlerhaus, beim Barackendorf im Wiederaufbaugebiet usw. Wir verwerfen den Verzicht auf die Farbe ganz und gar, wo ein Haus in der Natur steht. Nicht allein die grüne Sommerlandschaft, sondern gerade die Schneelandschaft des Winters verlangt dringend nach Farbe. An Stelle des schmutzig-grauen Hauses im Freien trete endlich wieder das blaue, rote, grüne, schwarze, weiße Haus in ungebrochener, leichtender Tönung. Natürlich ist die fortgesetzte Pflege mit Neuanstrich und Ausbesserung die notwendige Folge, wie es noch heute in Holland und vielen anderen Gegenden Tradition ist und einmal überall war.“

Bruno Ahrends, Walter Curt Behrendt, Peter Behrens, Hans Bernouille, Hans Robert Daniels, Wilhelm von Debschitz, Karl Elkart, Martin Elsässer, August Endell, Eugen Fink, Paul Gösch, Jakobus Göttel, Hans Grässel, Robert Greuter, Walter Gropius, Erwin Gutkind, Josef Hoffmann, A[?]. Holländer, Carl Theodor Höpker, Paul Hosch, Paul Alfred Kesseler, Paul Klopfer, Frau Otto Kurzrock, Erich Leyser, Carl Krayl, Walter Liebsch, Hans und Wassily Luckhardt, John Martens, Paul Mebes, Richard Meyer, Rudolf Mitzkeit, Bruno Möhring, Karl August Oehring, Bruno Paul, Friedrich Paulsen, Hans Poelzig, Hans Scharoun, Paul Schmitthenner, Ludwig Schrauff, Fritz Schumacher, Heinrich Strammer[?], Bruno und Max Taut, Fritz Voggenberger, Martin Wagner, Friedrich Wagner-Poltrock, Alfred Wiener, Hugo Zehder, Paul Zucker, Otto Rosencrantz, Bund Deutscher Dekorationsmaler e.V., Dr. Adolf Behne, Theodor Däubler, Ferdinand Göbel, Bernhard und Dr. Hans Kampffmeyer, Dr. Hermann Meyerm, Münchener Gesellschaft für Licht- und Farbenforschung, Dr. Karl Ernst Osthaus, Adolf Otto, Dr. John Schikowski, Dr. Josef Strzygowski, Erich Worbs

Минувшие десятилетия, ориентировавшиеся лишь на технику и экономику, погубили в строительстве усладу для глаз. Каменные короба, серые в сером, заступили на место цветных или раскрашенных домов. Столетиями хранимая традиция цветности выродилась в так называемую изысканность, по сути же — в вялость, неспособность применить наиважнейший наряду с пластикой прием строительного искусства, каковым является цвет. Публика сегодня страшится яркого дома, забывая, что совсем недавно архитекторы и помыслить не могли строить тусклые дома, а построенным домам не давали загрязниться. Мы, подписавшиеся, полностью и решительно отвергаем бесцветие. Мы не хотим более строить безрадостные дома и не хотим видеть, как их возводят другие. Мы заявляем о том, чтобы, нас услышав, застройщик и новосел вернули себе исконное право на радость цветности в домах и на домах, чтобы поддержали они нас в наших намерениях. Краска дешевле декоративных карнизов и лепнины, цвет — это воплощенная радость жизни, и недорогая притом. Оттого сегодня, в дни нужды, к ней стремиться должны все возводимые постройки, любой простейший сельский домик, любое временное поселение в зоне восстановления и т.д. Мы отвергаем отказ от цвета, особенно когда дом стоит на природе: и летняя зелень, и тем более снега зимы взывают к цветности. Вместо грязно-серого да восстанет в сиянии дом синий, красный, желтый, черный, белый! За ними придется, естественно, ухаживать, их перекрашивать и восполнять текущие утраты — как сегодня это практикуется в Голландии и других местах, а некогда было привычным повсеместно.

Бруно Арендс, Вальтер Курт Берендт, Петер Беренс, Ганс Бернулле, Ганс Роберт Даниэльс, Вильгельм фон Дебшиц, Карл Элькарт, Мартин Эльзессер, Август Эндель, Евгений Финк, Пауль Гёш, Якобус Гёттель, Ганс Грессель, Роберг Грейтер, Вальтер Гропиус, Эрвин Гуткинд, Йозеф Хоффманн, А[?]. Холлендер, Карл Теодор Хёпкер, Пауль Хош, Пауль Альфред Кесселер, Пауль Клопфер, г-жа Отто Курцрок, Эрих Лейзер, Карл Крайль, Вальтер Либш, Ганс и Василий Лукхарты, Йон Мартенс, Пауль Мебес, Рихард Мейер, Рудольф Мицкейт, Бруно Мёринг, Карл Август Ёринг, Бруно Пауль, Фридрих Паульсен, Ганс Пёльциг, Ганс Шарун, Пауль Шмиттхеннер, Людвиг Шрауфф, Фриц Шумахер, Генрих Штраммер[?], Бруно и Макс Тауты, Фриц Фоггенбергер, Мартин Вагнер, Фридрих Вагнер-Полтрок, Альфред Винер, Гуго Цедер, Пауль Цукер, Отто Розенкрантц, Союз германских художников-декораторов, Мюнхен, д.н. Адольф Бене, Теодор Дейблер, Фердинанд Гебель, Бернгард и д.н. Ганс Кампфмейеры, д.н. Германн Мейер, Мюнхенское общество исследования света и цвета, д.н. Карл Эрнст Остгауз, Адольф Отто, д.н. Йон Шилковски, д.н. Иосиф Стриговски, Эрих Ворбс

Hans Scharouns für das DSM

Zum Tag des offenen Denkmals 2020 stellt das Bremerhavener Deutsche Schiffahrtsmuseum eine Internet-Ausstellung zusammen und leuchtet die Geschichte seines Scharoun-Baus in Bild, Zeitstrahl und Podcast aus: Nutzererfahrungen seitens Museumsforscher und -Besucher, Sanierungsbelange der Denkmalpflege und Planer, sowie ideelle Hintergrunde kommen zusammen:

„Historische Ansichten und ausgewählte Fotobeiträge ergänzen die Übersicht zur Architektur des Gebäudes. Sie bieten Einblicke in die Geschichte des Scharoun-Baus, seine Entstehung und Nutzung. Luftaufnahmen, Innenansichten und Details ermöglichen den virtuellen Zugang zu einem Denkmal, das derzeit nicht besichtigt werden kann. Das historische Potenzial des Gebäudes wird sichtbar und schenkt Vorfreude auf eine Wiedereröffnung des Scharoun-Baus.“

Es sprechen: Olaf Mahnken, Landesamt für Denkmalpflege; Bernd Wiedenroth, Architekt; Dimitri Suchin, Scharoun-Gesellschaft; Ruth Schilling, Ausstellungs- und Forschungkoordinatorin; Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin.

Wir danken Karolin Leitermann für die Möglichkeit, an diesem Projekt mitzuarbeiten.

Tag des offenen Denkmals: Denk_Mal nachhaltig

Auch an den diesjährigen Denkmaltagen am 12. und 13. September 2020 öffnet die Scharoun-Gesellschaft die Türen des Scharoun-Ateliers am Heilmannring, mit einer neuen Schau: „Scharoun nachhaltig“.

Die Präsentation „Wohnen bei Scharoun“ von 2012, erstmals 2015 gezeigt und 2016, 2017, 2018 und schließlich 2019 mit kleinen Änderungen wiederholt, ruht vorerst. Das aktuelle Thema „Nachhaltigkeit“ wird im Baufach schon lange und gerne bemüht — wie stehen da die Baudenkmäler Scharouns im Vergleich? Und wie stand zu diesen Fragen Scharoun selbst?

Stimmt es, daß autogerechtes Berlin auf Scharoun zurückgehe? Daß er den gesamten Altbaubestand planieren wollte und tradierte Stadtmuster mit dazu? Kunststoffe den natürlichen Baumaterialien vorzog oder andersrum? Baute er seine Häuser auf Denkmalstatus hinaus? Wie stand er überhaupt dem Denkmal und Denkmalamt gegenüber? — diese und andere Fragen mehr sucht die kleine Ausstellung anzugehen.

Wie bereits 2019 kann das Atelier am Heilmannring nur per Anmeldung mit Angabe von Name und Anschrift besucht werden. Führungen starten stündlich zwischen 11 und 15 Uhr, Dauer der Führung etwa 30-45 Minuten. Treffpunkt vor dem Hause. Der Zugang zum Atelier im 8.OG ist nicht behindertengerecht!
Es gilt die Reihenfolge der Anmeldung. Nach Möglichkeit werden wir natürlich versuchen, Besucher ohne Anmeldung zu berücksichtigen.