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Über fünf Millionen Bücher birgt das Magazin der Stabi, einige auch über sich selbst. Am 12.-14.02.2026 kamen weitere Seiten hinzu: die Ankündigung, das Haus Potsdamer Straße schreite einer elfjährigen Schließung entgegen. Sie platzte wie eine Bombe, dabei fand der Entwurfswettbewerb zur Sanierung bereits 2019 statt.
Auffällig der Gleichklang der Glossen: man gab den dpa-Bericht wieder. Dieser, den Pressebericht. Zitiert wurde dabei nur die erste Seite, seltener auch die zweite. Alles Nachfolgende, die Arbeits- und Vorbereitungsschritte, die Sachgründe usw., blieb unbeachtet und unberichtet — und lockte so die Kommentatoren ans Licht, nach günstig-schnellem Abriß und Neubau rufend und nach anderweitiger Verwendung der Stiftungsmittel. Der Denkmalschutz wurde eifrig in Frage gestellt und das Lesevermögen — doch nicht etwa jenes der Berichterstatter! Mit die einzigen Blätter mit Tiefgang waren das „Bild“ und der „Tagesspiegel“, der letztere sogar mit dem Vorschlag, das Riesenfoyer der Piazzetta, gleich am Ausweichquartier der Bibliothekare, als Not-Lesesaal zu verwenden.
Wir verweisen auf die ausführliche Maßnahmenbeschreibung des BBR und laden zum Abschiedsbesuch ein. Nutzt die Zeit, daß die Baucontainer und die -Zäune am Haupt- und Direktoreneingang verschwunden sind — sie kommen wieder, größer als je zuvor — und schaut euch um: jetzt, für den kurzen Moment, ist sogar die Terrassentreppe wieder in voller Höhe zu sehen!
Träumen darf man, daß sie nach der Sanierung von einem Kind von Heute zu erklimmen sein wird.
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