ARCH+ Salon: Hans Scharoun und die Entwicklung der Kleinwohnungsgrundrisse

Am Donnerstag, den 12. März 2020 stellen Professor Markus Peter und Architekturhistorikerin Ulrike Tillmann, seine ehemalige Assistentin am ETH-Lehrstuhl, die als Ergebnis von einem Jahrzehnt Forschung erschienene Monographie zu den Wohnhochhäusern Romeo und Julia vor.

In seinen Wohnhäusern — die Analyse kann sich selbstverständlich nicht allein auf die beiden Titelhelden beschränken — schuf Scharoun besondere für die jeweilige Aufgabe zugeschnittene Orte, durch Bewegungsabläufe verbunden, geschlossen und offen, Absonderung und Bindung erlaubend. Störungsfreie Arbeit, Erholung im Familienkreis, Freundschaftspflege und Bindung an die Gesellschaft, in seinem eigenem Diktus — die „Bindung von Lebens- und Wirtschaftsraum“ im neuen räumlichen und ideelichen Zusammenhang. Scharoun ging es darum, zitiert das Buch Norbert Huse, Wohnungen, und damit eine Form des Zusammenlebens in der Familie, im Haus und letztlich auch in der Stadt zu entwerfen.

Anschließend wird im Gespräch mit Arno Brandlhuber Scharouns Arbeitsweise an der Findung des Wohngrundrisses thematisiert.

Wann: Donnerstag, 12. März 2020, 19:00
Wo: „ARCH+ Space„, Friedrichstraße 23A, 10969 Berlin
Wie: Anmeldung bis 9. März erforderlich

Der moderne Blick

Haus Schminke stellt vor: „Der moderne Blick — The modern view“!

Am 25. März wird im Dresdner Deutschen Hygiene-Museum ein Sammelband einer neuen Art präsentiert: ein Buch, eine Webpage und eine App. Erwirbt man eins und sieht sich die Bilder durch das Smartphone oder ein Tablett an, „wachsen sie dreidimensional aus den Seiten heraus“, versprechen uns die Autoren Claudia Muntschick und Julia Bojaryn. „Auf diese Weise entsteht ein interaktives Kunstbuch, das auf Fachjargon verzichtet und dafür Bilder sprechen lässt.“ „Im Vordergrund stehen Bauherren, Architekten und die Menschen, deren Geschichten untrennbar mit den Häusern verbunden sind“ — mit den 20 Industrie-, Büro-, Wohn-, Gesundheits-, Bildungs- und Handelshäusern quer durch Sachsen.

Haus Schminke in Löbau und das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden sind natürlich mit auf der Liste.

Man darf gespannt sein.

Carsten Krohn: Hans Scharoun, Bauten und Projekte

Im Birkhäuser-Verlag kommt eine neue Scharoun-Monografie heraus, mit dem Schwerpunkt auf tatsächlich verwirklichten Bauten. Professor Dr.Carsten Krohn dokumentiert sie mit Aufnahmen der letzten Jahre, die inzwischen verschwundenen Bauten mit Archivaufnahmen, für die er zu den jeweiligen Bauten gereist. Entdeckungen bleiben nicht aus: nebst Botschafts-Bungalows in Brasilia oder der Berliner AOK-Zentrale, die unseres Wissens noch nirgends gezeigt, sind es vor allem die frühen Bauten in Ostpreußen, die dem neuen Buch ein Alleinstellungsmerkmal sind, die Notkirche in Walterkehmen — die Gutsanlagen in Didsziddern, Santilten, Kuinen, Wertheim, Albrechtshof,  — die Insterburger Pregelstr., Bunte Reihe, Parkring, Ziegelstr., Flutgasse / Ufergasse, — das Haus Gobert in Sodehnen

Im Druck auf Deutsch und Englisch, sind die Bilder Carsten Krohns auch in Großformat zu sehen, in einer Ausstellung, die seit 2015 durch die russischen Lande tourt (Moskau, Königsberg, Minsk, St.Petersburg, zuletzt in Rostow-am-Don…).

Unter Mitarbeit von Dr. Eva-Maria Barkhofen, Leiterin des Baukunstarchivs der Akademie der Künste, und Dimitri Suchin, 2. Vorsitzenden unserer Gesellschaft.