Haus Voß, Insterburg | Scharoun Gesellschaft e.V.

Haus Voß, Insterburg

Umbau eines Wohn- und Geschäftshauses, Ziegelstr. 1

Nicht erhalten

(2) Kommentare zum Beitrag “Haus Voß, Insterburg”

  1. Frank Eiche 16.08.2018 18:22

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Können Sie mir sagen, wann das Haus Voß in der Ziegelstrasse erbaut wurde und bis wann es erhalten war? Gibt es Fotos?
    Wäre das die Adresse Ziegelstrasse 1/Pulverstrasse 1 in Insterburg gewesen? Ich habe Urgroßeltern (Toussaint) die unter dieser Adresse gewohnt haben…
    Mehr Details würden mich sehr interessieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Eiche

  2. admin 17.08.2018 03:20

    Sehr geehrter Herr Eiche,

    ich fürchte, ich muß Sie enttäuschen: das Haus Voß an der Ecke Ziegelstr. 1 / Damm (ohne Hausnummern) ist leider nicht das Haus Ihrer Urgroßeltern. Die Pulverstraße, wo sie wohnten … verlief weiter hinten … Heute steht ein Trafohäuschen, wo einst das Haus Ihrer Urgroßeltern war.

    Wir wissen sehr wenig von Ziegelstraße 1 und der Person Voß.
    Seit 1850 wird da ein Haus der Brauerei Froese gestanden haben, wo noch 1914 die Froeses gewohnt. Um dieselbe Zeit wohnt dort auch eine Familie Faltin, die ein Kolonial- und Materialwarenladen betreibt. 1919 steht ein Max Zacharias als Hausbesitzer eingetragen, 1920 bereits ein Friedrich Voß, der 1923 ein Umbau von Scharoun durchführen läßt. 1932 sind Haus und Kolonialwarenladen in Besitz von Heinrich August Koch und bleiben so bis 1945.

    Eine Aufnahme des Insterburger Gerichtshauses von vor dem Ersten Weltkrieg zeigt am linken Rand ein klassisches Gebäude, mit Fensterumfassungen usw., wie sie für 1850 typisch wären – so wird Scharoun und auch Ihre Urgroßeltern das Haus vorgefunden haben (vielleicht besitzen Sie irgendwelche Erinnerungen von ihnen, vielleicht waren sie Kunden des Hauses?).

    Dieselbe Sicht aus den 1930ern schneidet die Umgestaltung Scharouns an. Der Blick zurück, von den Stufen des Gerichts aus, ist oben zu sehen un in einer weiteren Aufnahme.

    Denkbar, daß Scharoun auch das Innere mitgestaltet habe, doch wo Akten fehlen…

    Den Krieg wird das Haus nicht überlebt haben: in den Nutzerzuweisungen von 1948 wird es nicht erwähnt. Eine Aufnahme aus jenen Jahren zeigt auch nur ein Flügel, zu uns mit einer weißer Brandwand gewandt. Sein Verschwinden ist auch nicht datiert, jetzt ist die Ecke leergeräumt.

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