Aktivitäten | Scharoun Gesellschaft e.V.

Aktivitäten

Hier finden Sie eine Auflistung der Aktivitäten der Scharoun Gesellschaft seit ihrer Gründung. Die Liste ist nicht vollständig, wird aber nach und nach vervollständigt.

Berliner Ereignisse und Aktivitäten der Scharoun-Gesellschaft

1984 – Gründungsversammlung am 27. Mai

1985 – offener Brief an den Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen, in dem die Ablösung des IBA-Beraters für den Neubaubereich, Paul-Josef Kleihues, gefordert wird. Als Gründe werden angegeben: „der Stadt werden Architekturformen längst vergangener, häufig totalitärer Gesellschaftsformen aufgepfropft und aufgezwungen“ – „Berlin hat in den 20er Jahren unter dem Begriff ‚Neues Bauen’ starke Impulse gegen den Historismus gesetzt, die weltweit weitergewirkt haben“ – „Die IBA tue diese Tradition als Episode ab“ – „Wir fordern die Wiederherstellung der künstlerischen Offenheit Berlins und neben den Architekten postmoderner Prägung auch Chancen für Architekten, die sich um das ‚neue Bauen’ verdient gemacht haben“

1986 – „Scharoun-Tischrunde“ in der Galerie Bremer an jedem ersten Dienstag des Monats

1987 – Podiumsdiskussion mit der SPD Tiergarten Süd mit Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und Vertretern der Institutionen am Kulturforum „Vollendet Scharouns Kulturforum“

1988 –

1989

1990

1991 – Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ändert den Straßenverlauf der Potsdamer Strasse zum Potsdamer Platz und macht aus der weichen Kurve eine gerundete Abknickung zulasten des Grundstücks am geplanten Gästehaus und dem vorgelagerten Bereich Kammermusiksaal und SIM. Die Scharoun-Gesellschaft protestiert dagegen.

1992

1993

1994

1995

1996

1997 – „Rettet Scharouns Kulturforum!“ Unterschriftensammlung gegen die Schädigung der Philharmonie und die Zerstörung der Scharoun-Konzeption für das Kulturforum (Informationsblatt mit Unterschriftsfeldern)

– öffentlicher Appell an Mitglieder des Senats und des Abgeordnetenhauses „10 Jahre Kammermusiksaal – 10 Jahre Verhinderung des Künstler-Gästehauses“. Unter Verweis auf die bis dahin gesammelten 17.000 Unterschriften wird auf die zerstörerischen Auswirkungen des durch die Bauverwaltung geplanten „landschaftsarchitektonischen Ideenwettbewerbs mit städtebaulichem Anteil“ hingewiesen. „Für die im Planwerk Innenstadt dargestellten Absurditäten ist bei den vielfältigen Zerstörungsversuchen am Kulturforum offenbar der städtebauliche Tiefpunkt erreicht“.

– Schreiben des langjährigen Vorsitzenden der Scharoun-Gesellschaft Martin Sperlich zu den Aktivitäten des Senatsbaudirektors – auszugsweises Zitat: „Dieser Berliner Staatssekretär, dem wir das marmelstein-fournierte neue Berlin zu danken haben, hat (Thomas-Mannisch gesprochen) „bei dem Bildungsgrad , den zu erwerben er Gelegenheit genommen hat“ einfach eine Raumplanung, die nicht von Fassadendekor, Blockrand und Firsthöhe bestimmt ist, nicht lesen können.

1998 – Unterschriftensammlung zur Vollendung des Kulturforums wurde mit dem Ergebnis von 36.000 Unterschriften beendet.

1999

2000 – Aufruf zur Vollendung des Kulturforums mit der Forderung, den gleichlautenden Beschluss des Abgeordnetenhauses vom 1.7.1999 endlich in die Wirklichkeit umzusetzen.

– Brief an den Regierenden Bürgermeister zur Umsetzung des Senatsbeschlusses

2001

2002

2003 – Gesprächsforum Architektur anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Philharmonie mit Ulrich Conrads (Chefredakteur Bauwelt), Edgar Wisniewski (Partner Scharouns) und Heinz Ortleb (Mitglied der Philharmoniker). Zitate Conrads: „Ich wüsste nicht, welche Stadt 20 Jahre lang einen städtebaulichen und wie ich finde immer noch einen genialen Entwurf nicht fertig macht, sondern liegen lässt und mit der lächerlichen Zugabe von 100 Götterbäumen zu retten versucht.“ – „Wenn Karajan nicht gewesen wäre, dann stände dieser Bau (Philharmonie) nicht, alle Presseleute, die dafür gekämpft haben, hätten den kürzeren gezogen gegenüber dieser störrischen Verwaltung, die Scharoun leider, leider eine ungeheure Lebenskraft gekostet hat in seinen letzten Jahren…“

2004 – Petition anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Scharoun-Gesellschaft an den Regierenden Bürgermeister, die Senatoren, Fraktionsvorsitzenden, den Ältestenrat und die Mitglieder des Petitionsausschusses und der Fachausschüsse im Abgeordnetenhaus Berlin. Appell zur Umsetzung der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses vom 1.7.1999 und 12.12.2002 nach dem städtebaulichen Leitbild von Hans Scharoun. Bitte, dass „die Ausgrenzung der Architekten, die sich nicht den dogmatischen Gestaltungsrichtlinien des Senatsbaudirektors unterordnen, endlich beendet wird und in Berlin wieder eine weltoffene, pluralistische Gestaltungsfreiheit herrscht, wie sie früher von Berlin ausging.“

– Pressemitteilung / Stellungnahme zur Senatsvorlage vom 16.2.04 zum Kulturforum. Detaillierte Zusammenstellung der zerstörerischen Folgen des Senatskonzeptes: „Der vorgelegte Plan des Senatsbaudirektors missachtet inhaltlich und städtebaulich die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses in eklatanter Weise“.

– Unterstützung der IFMA (IONA Stiftung Amsterdam) bei der Vorbereitung der Ausstellung „Organische Architektur“ im Kammermusiksaal. Allerdings war das Ergebnis ernüchternd. Das Kulturforum war ausgegrenzt in einer Randposition wie ein bedeutungsloses Beispiel. Als Affront wurde empfunden, dass Scharouns Bedeutung für das organhafte Bauen besonders in Berlin nicht dargestellt wurde. Auch die Leistungen anderer Berliner Architekten (z.B. Fehling / Gogel) wurden unterschlagen. Ein Brief zur Klärung der Hintergründe wurde nur unbefriedigend beantwortet. Angeblich gab es politischen Druck.

– Offener Brief mit dem Thema: „Der Versuch einer Erklärung, warum das organhafte Bauen von Hans Scharoun in der Stadtlandschaft des Kulturforums so schwer durchsetzbar ist“ mit einer Chronologie 1984-2004.

2005 – Unterstützung einer Stellungnahme der „plattformnachwuchsarchitekten“, die den Ablauf einer Veranstaltung der Architekturwerkstatt zum Thema „Kolonnaden – ein zeitgemäßes Gestaltungselement“ am Beispiel Kulturforum dokumentiert hatten unter dem Titel: „Zunehmende Mussolinisierung Stimmann’scher Planungsphilosophie“. Ein Prof. Augusto Burelli referierte über Kolonnaden als hervorragendes Gestaltungselement zur „Erhöhung“ öffentlicher Bauten. Er betonte, dass die Faschisten durchaus anständige Architektur zu Wege gebracht hätten und die Deutschen leider ein Problem im natürlichen Umgang mit Monumentalität hätten. Der Ablauf der Diskussion war geprägt von einseitiger Bevorzugung zustimmender Fachkollegen.

– Podiumsdiskussion in der Urania Berlin „Die Vollendung des Kulturforums – Scharouns Haus der Mitte oder Masterplan des Berliner Senats“ mit Abgeordneten Michael Arndt (SPD), Uwe Lehmann-Brauns (CDU), Klaus-Peter von Lüdecke (FDP) und Wolfgang Brauer (PDS) sowie Edgar Wisniewski, Ulrich Bleyer, Heinrich Wilhelm Wörmann und Johannes Wirthgen (Großbildpräsentation) – Moderation Michael S. Cullen.

– Aufruf an Berliner Bürger, die „Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1 BauGB“ wahrzunehmen und gegen den „Masterplan“ zum Kulturforum zu votieren. Ausführliche Begründung und historischer Rückblick mit der Überschrift „Stimmann zerstört Scharouns Werk – trotz Denkmal- und Ensembleschutz“. Aus den Kopien der Widersprüche eine Auswahl (PDF)

– Presseerklärung zum Kulturforum wegen drohender Legalisierung des sog. „Masterplanes“ von SenStadt – ….“wir wenden uns mit Nachdruck gegen die mehrfache Behauptung des Senatsbaudirektors in der Öffentlichkeit, dass das geistlose Ergebnis des sog. Masterplans im Gegensatz zu Scharouns Werk „zeitgemäß“ sein soll und eine „Aufwertung des Kulturforums in Scharouns Sinne bedeuten würde“.

-Flugblattaktion zur Bürgerbeteiligung und Aktivierung der Mitglieder zur Verteilung an sechs Abenden vor Konzertbeginn an der Philharmonie

2006 – Das Abgeordnetenhaus Berlin stellt in der Drucksache 15/4837 eine Beschlussempfehlung auf, die mehrheitlich mit SPD und PDS gegen CDU, Grüne und FDP beschlossen wird. Kernaussage Pkt. 1.: Das Abgeordnetenhaus stimmt dem Masterplan zur Weiterentwicklung (also nicht Vollendung) des Kulturforums vom 18. Januar 2005 als Grundlage der städtebaulichen Entwicklung des Ortes zu. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Alice Ströver, sagt: „Ich hoffe, dass die bösartigen Wunden, die der Masterplan für das Kulturforum vorsieht, nicht geschlagen werden“.

2007 – Initiative „Vollendung des Kulturforums nach der Konzeption von Hans Scharoun“. Erstes Treffen im Ausstellungsfoyer des Kammermusiksaals mit Edzard Reuter und vielen namhaften Unterstützern aus der Kulturszene, den Parteien, den Museen, der Presse, dem Tourismusmarketing und den Verbänden. Die vielfältigen Vorschläge in der Diskussion liefen übereinstimmend darauf hinaus, die Aktivitäten in Richtung Politik und Verwaltung zu verstärken und die Umsetzung des sog. Masterplans zu verhindern.

– nach dem Entwurf von Ulrich Eckhardt (ehem. Intendant der Berliner Festspiele GmbH) wird ein Monitum der Initiativgruppe aufgestellt, das nach Abstimmung mit den Beteiligten an die Entscheidungsgremien verteilt werden soll.

– am 25. April stirbt überraschend Edgar Wisniewski, der Mitbegründer der Scharoun-Gesellschaft und deren aktivster Begleiter. Die Mitglieder sind sich einig, in das ehrende Gedenken Scharouns auch seinen Partner Edgar Wisniewski einzubeziehen.

2008

2009

2010

2011

2012 – Kulturstaatsminister Bernd Neumann verkündet als Vorsitzender des Stiftungsrats der SPK die Neuordnung der Berliner Museumslandschaft. Danach sollen die Werke der alten Meister aus der Gemäldegalerie auf das Areal der historischen Museumsinsel mittelfristig verlagert werden. Im Kulturforum sollte die Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Neuen Nationalgalerie in die umgerüstete Gemäldegalerie ziehen. Überraschend für die Initiatoren folgte ein internationaler Proteststurm. Die SPK revidiert ihre Planungen und beauftragt daraufhin eine „Standortplanung der staatlichen Museen zu Berlin“.

2013 – Zur neuen Standortplanung werden BBR 4 Varianten erarbeitet. Die Variante 3 sichert den Bestand der Gemäldegalerie und schlägt einen Neubau für eine Galerie des 20. Jahrhunderts vor. Von den dafür möglichen 3 Standorten (Sigismundstrasse, Potsdamer Strasse, Tiergartenstrasse) wird die Sigismundstrasse präferiert.

2014 – 1. Podiumsgespräch (Nutzungen) zu der künftigen Nutzung des Berliner Kulturforums in der Akademie der Künste. Museumsdirektoren, Architekten und Kulturfachleute diskutieren über den Ort „ohne tragfähige Visionen“, der „unser aller Dauerbaustelle“ sei. Ein völlig dissonanter Entwicklungsplan könne diese einzigartige Erbschaft der Stadt endgültig verspielen. Museumsinsel und Kulturforum sind zwei korrespondierende, aber ganz und gar unterschiedliche Stadtteile der Künste. Die vielfachen Versuche zur Überformung des Areals sind durchweg gescheitert. Ein wirksames Management für das gesamte Forum könnte die unterschiedlichen Vorstellungen zusammenführen und einen Zukunftsweg formulieren. Die Senatsbaudirektorin fordert ein größeres Engagement der Bundesrepublik.

– Das 2. Podiumsgespräch (Optionen) erinnerte an die Ausstellung 2013 KULTUR:STADT, auf der 37 beispielhafte Kulturbauwerke analysiert wurden. Ziel für das Kulturforum „Vom Forum zur Ikone“ – leider gegenwärtig ein Beleg für die Abwesenheit kultureller Visionen. Architekturkritiker wärmen alte und sehen neue Argumente für die Unwirtlichkeit des Forums und vergleichen den Ort mit Plätzen in Paris. Die Professoren Sauerbruch und Wang stellen Entwürfe ihrer Studenten zum Forum vor – eine Präsentation, die wieder einmal an die komplexe Gestaltungsproblematik erinnert.

2015

2016